Die Weimarer Republik war Deutschlands erste Demokratie - entstanden nach... Mehr anzeigen
Zeitstrahl: Ereignisse der Weimarer Republik







Die Novemberrevolution - Vom Kaiser zur Republik
Stell dir vor: Ein verlorener Weltkrieg bringt ein ganzes politisches System zu Fall! Im Oktober 1918 wurde klar, dass Deutschland den Ersten Weltkrieg verlieren würde. Prinz Max von Baden sollte als neuer Reichskanzler einen Waffenstillstand aushandeln.
Die Revolution begann völlig unerwartet bei den Matrosen. Als die Seekriegsleitung einen letzten verzweifelten Angriff auf die britische Flotte befahl, revoltierten die Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel. Diese revolutionäre Welle breitete sich schnell über ganz Deutschland aus.
Am 9. November 1918 erreichten die Proteste Berlin - ein historischer Tag! Prinz Max von Baden verkündete eigenmächtig die Abdankung des Kaisers und übertrug sein Amt an Friedrich Ebert von der MSPD. Am selben Tag kam es zur doppelten Ausrufung der Republik: Philipp Scheidemann rief die parlamentarische Republik aus, während Karl Liebknecht eine sozialistische Republik verkündete.
Merke dir: Die "doppelte Ausrufung" zeigt bereits den Konflikt zwischen gemäßigten und radikalen Sozialisten, der die gesamte Weimarer Zeit prägen sollte.

Übergangszeit und Verfassungsgebung
Nach der Revolution brauchte Deutschland eine Übergangsregierung. Der Rat der Volksbeauftragten mit je drei Vertretern von MSPD und USPD übernahm diese Aufgabe und bereitete die Wahlen zur Nationalversammlung vor.
Zwei wichtige Entscheidungen prägten diese Zeit: Der Ebert-Groener-Pakt sicherte der neuen Regierung militärische Unterstützung, während das Offizierskorps seine Befehlsgewalt behielt. Außerdem wurde der Spartakusaufstand im Januar 1919 blutig niedergeschlagen - Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden ermordet.
Die Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 führte zur Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum und DDP. Am 11. August 1919 trat die neue Verfassung in Kraft: Deutschland wurde zu einer parlamentarischen Republik mit Volkssouveränität (Artikel 1).
Wichtig: Der Versailler Vertrag mit dem berüchtigten Kriegsschuldartikel (Artikel 231) belastete die neue Republik von Anfang an schwer.

Außenpolitik und die Goldenen Zwanziger
Deutschland war nach dem Krieg international isoliert - nicht mal im neu gegründeten Völkerbund durfte es Mitglied werden! Die Weimarer Republik versuchte mit der Erfüllungspolitik, die Unerfüllbarkeit der Reparationen zu beweisen, indem sie bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zahlte.
Ein diplomatischer Durchbruch war der Vertrag von Rapallo (1922) mit der Sowjetunion - beide Außenseiter fanden zueinander. Nach der Hyperinflation und Hitlers gescheitertem Putsch 1923 stabilisierte sich die Lage durch den Dawes-Plan: Die USA unterstützten Deutschland finanziell.
Die Goldenen Zwanziger (1924-1929) brachten außenpolitische Erfolge: Die Verträge von Locarno (1925) beendeten Deutschlands Isolierung, 1926 wurde Deutschland endlich in den Völkerbund aufgenommen. Trotzdem gab es bereits 1928 etwa 1,9 Millionen Arbeitslose - ein Warnsignal für die kommende Krise.
Beachte: Die "goldenen" Jahre waren nur oberflächlich stabil - die Wirtschaft hing vollständig von amerikanischen Krediten ab.

Der Beginn der Weltwirtschaftskrise
Der Börsencrash von 1929 in den USA zog Deutschland mit in den Abgrund. Amerikanische Banken holten ihre Kredite zurück und erhöhten Importzölle - ein Teufelskreis begann: Steigende Arbeitslosigkeit senkte die Kaufkraft, was die Steuereinnahmen reduzierte und weitere Entlassungen zur Folge hatte.
Als die Große Koalition 1930 zerbrach, schlug General Schleicher ein Präsidialkabinett vor. Heinrich Brüning wurde Reichskanzler und regierte mithilfe von Notverordnungen (Artikel 48) - das Parlament wurde praktisch entmachtet.
Brünings Deflationspolitik verschärfte die Krise: Ausgabenkürzungen, Gehaltskürzungen und Steuererhöhungen senkten die Kaufkraft weiter. Bei den Wahlen im September 1930 explodierte der Stimmenanteil der NSDAP von 800.000 auf 6,4 Millionen - ein Schock für die Demokratie!
Schlüsselerkenntnis: Brüning opferte bewusst das Wohl der Bevölkerung, um den Alliierten die Unerfüllbarkeit der Reparationen zu beweisen - mit verheerenden Folgen.

Die Krise spitzt sich zu
1932 war der Höhepunkt der Krise erreicht: 6 Millionen Arbeitslose und nur noch die Hälfte der industriellen Produktion von 1928! Zwar erreichte Brüning sein Ziel - die Einstellung der Reparationszahlungen - aber der Preis war zu hoch.
Die Harzburger Front zeigte, wie sich antidemokratische Kräfte sammelten. Bei der Reichspräsidentenwahl konnte Hindenburg Hitler noch mit 53% schlagen, doch die politischen Manöver nahmen zu: Brüning wurde entlassen, Franz von Papen führte das "Kabinett der Barone".
General Schleicher versuchte, Hitler für eine rechte Regierung zu gewinnen. Bei den Neuwahlen am 31. Juli 1932 wurde die NSDAP trotz blutiger Straßenschlachten stärkste Fraktion. Hitler forderte das Reichskanzleramt, aber Hindenburg lehnte zunächst ab.
Wendepunkt: Die demokratischen Parteien verloren immer mehr an Boden, während Extremisten von links und rechts erstarkten.

Das Ende der Weimarer Republik
Die letzten Monate der Republik waren geprägt von Intrigen und Machtspielen. Nach erneuten Neuwahlen im November 1932 verlor die NSDAP zwar 2 Millionen Stimmen, aber zusammen mit der KP hatte sie noch immer eine Mehrheit im Reichstag.
Die Situation war verfahren: Papen wollte einen Staatsstaat mit völliger Ausschaltung des Parlaments, aber General Schleicher verweigerte die Unterstützung der Reichswehr. Hindenburg ernannte daraufhin Schleicher zum Reichskanzler - Papen fühlte sich hintergangen.
Das wurde zum Verhängnis der Republik: Der rachsüchtige Papen traf sich mit Hitler und versuchte nun Hindenburg zu überzeugen, Hitler zum Kanzler zu machen - mit ihm selbst als Vizekanzler. Als Schleicher am 28. Januar 1933 zurücktrat, war der Weg frei: Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler.
Das traurige Ende: Die Weimarer Republik wurde nicht von ihren Feinden erobert, sondern von konservativen Politikern verraten, die glaubten, Hitler kontrollieren zu können.
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Am 9. November 1918 erreichten die Proteste Berlin - ein historischer Tag! Prinz Max von Baden verkündete eigenmächtig die Abdankung des Kaisers und übertrug sein Amt an Friedrich Ebert von der MSPD. Am selben Tag kam es zur doppelten Ausrufung der Republik: Philipp Scheidemann rief die parlamentarische Republik aus, während Karl Liebknecht eine sozialistische Republik verkündete.
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Nach der Revolution brauchte Deutschland eine Übergangsregierung. Der Rat der Volksbeauftragten mit je drei Vertretern von MSPD und USPD übernahm diese Aufgabe und bereitete die Wahlen zur Nationalversammlung vor.
Zwei wichtige Entscheidungen prägten diese Zeit: Der Ebert-Groener-Pakt sicherte der neuen Regierung militärische Unterstützung, während das Offizierskorps seine Befehlsgewalt behielt. Außerdem wurde der Spartakusaufstand im Januar 1919 blutig niedergeschlagen - Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden ermordet.
Die Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 führte zur Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum und DDP. Am 11. August 1919 trat die neue Verfassung in Kraft: Deutschland wurde zu einer parlamentarischen Republik mit Volkssouveränität (Artikel 1).
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Die Goldenen Zwanziger (1924-1929) brachten außenpolitische Erfolge: Die Verträge von Locarno (1925) beendeten Deutschlands Isolierung, 1926 wurde Deutschland endlich in den Völkerbund aufgenommen. Trotzdem gab es bereits 1928 etwa 1,9 Millionen Arbeitslose - ein Warnsignal für die kommende Krise.
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Als die Große Koalition 1930 zerbrach, schlug General Schleicher ein Präsidialkabinett vor. Heinrich Brüning wurde Reichskanzler und regierte mithilfe von Notverordnungen (Artikel 48) - das Parlament wurde praktisch entmachtet.
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Die letzten Monate der Republik waren geprägt von Intrigen und Machtspielen. Nach erneuten Neuwahlen im November 1932 verlor die NSDAP zwar 2 Millionen Stimmen, aber zusammen mit der KP hatte sie noch immer eine Mehrheit im Reichstag.
Die Situation war verfahren: Papen wollte einen Staatsstaat mit völliger Ausschaltung des Parlaments, aber General Schleicher verweigerte die Unterstützung der Reichswehr. Hindenburg ernannte daraufhin Schleicher zum Reichskanzler - Papen fühlte sich hintergangen.
Das wurde zum Verhängnis der Republik: Der rachsüchtige Papen traf sich mit Hitler und versuchte nun Hindenburg zu überzeugen, Hitler zum Kanzler zu machen - mit ihm selbst als Vizekanzler. Als Schleicher am 28. Januar 1933 zurücktrat, war der Weg frei: Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler.
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