Integralrechnung ist das Gegenstück zur Differentialrechnung und hilft dir dabei,...
Abi LK 2022: Analyse der Mathematikthemen











Inhaltsverzeichnis Analysis
Das Thema Analysis gliedert sich in drei große Bereiche, die aufeinander aufbauen. Zuerst lernst du die Integralrechnung kennen - das sind die Grundlagen wie Stammfunktionen finden und Flächen berechnen.
Im zweiten Teil vertiefst du deine Kenntnisse in Differential- und Integralrechnung. Hier geht's um Ableiten, Kurvendiskussion und verschiedene Funktionstypen wie e-Funktionen oder trigonometrische Funktionen.
Den Abschluss bilden Funktionsscharen - das sind Funktionen mit Parametern, die ganze Kurvenfamilien beschreiben. Besonders wichtig sind auch lineare und exponentielle Wachstumsprozesse, die dir in Klausuren häufig begegnen.
Tipp: Die Seitenzahlen helfen dir dabei, gezielt zu den Themen zu springen, die du gerade brauchst!

Grundlagen Integralrechnung
Beim Integrieren machst du das Ableiten rückgängig - aus einer Funktion f suchst du die Stammfunktion F. Das bestimmte Integral gibt dir die Bilanz der Flächenstücke in einem Intervall: ∫fdx = F - F.
Die Rechenregeln sind dein Handwerkszeug: Integrale können addiert, mit Konstanten multipliziert und umgekehrt werden. Das unbestimmte Integral ist die Menge aller Stammfunktionen: ∫fdx = F + C.
Für komplexere Funktionen brauchst du Substitution und partielle Integration. Bei der Substitution ersetzt du einen Teil der Funktion durch eine neue Variable. Die partielle Integration hilft bei Produkten: ∫uv'dx = uv - ∫u'vdx.
Die wichtigsten Integrationsregeln sind Potenz-, Exponential- und trigonometrische Regeln. Ober- und Untersummen nähern das Integral durch Rechtecke an - je mehr Rechtecke, desto genauer wird's.
Merksatz: Trigonometrische Funktionen immer als u' bei der partiellen Integration wählen!

Flächen- und Volumenberechnung
Flächenberechnung ist eine der wichtigsten Anwendungen der Integralrechnung. Liegt die Funktion über der x-Achse, ist A = ∫fdx. Liegt sie darunter, wird das Integral negativ - dann brauchst du den Betrag.
Für Flächen zwischen Graphen hast du zwei Methoden: Entweder berechnest du die Flächendifferenz oder du integrierst direkt die Differenzfunktion ∫dx. Bei geteilten Flächen musst du die Schnittpunkte finden und jeden Bereich einzeln berechnen.
Rotationsvolumen entstehen, wenn du eine Kurve um eine Achse rotieren lässt. Um die x-Achse: V = π∫(f)²dx, um die y-Achse funktioniert's ähnlich. Uneigentliche Integrale haben unbeschränkte Intervalle oder Funktionswerte - hier arbeitest du mit Grenzwerten.
Mit Integralen kannst du auch Bestandsfunktionen rekonstruieren: Wenn du die Änderungsrate kennst, findest du durch Integration den ursprünglichen Bestand zurück.
Praxistipp: Bei geteilten Flächen immer zuerst die Schnittpunkte bestimmen - das spart dir Fehler!

Ableiten - Die Grundlagen
Ableiten zeigt dir, wie stark eine Funktion steigt oder fällt. Die wichtigsten Ableitungen solltest du auswendig können: e^x bleibt e^x, sin wird cos, ln wird 1/x.
Für e-Funktionen gilt: f = e^(etwas) → f' = e^(etwas) · (etwas)'. Bei ln-Funktionen: f = ln(etwas) → f' = 1/etwas · (etwas)'. Die Kettenregel ist hier dein bester Freund.
Die Ableitungsregeln sind dein Werkzeugkasten: Potenzregel , Produktregel (uv)' = u'v + uv'), Quotientenregel und Kettenregel. Bei der Quotientenregel hilft oft, den Bruch umzuformen und die Produktregel zu nutzen.
Das Vorzeichen der Ableitung verrät dir das Verhalten: f' > 0 bedeutet die Kurve steigt, f' < 0 bedeutet sie fällt. So einfach ist das!
Eselsbrücke: Bei der Quotientenregel: "NAZ minus ZAN durch N Quadrat" (Nenner mal Ableitung Zähler minus Zähler mal Ableitung Nenner durch Nenner²)

Kurvendiskussion - Schritt für Schritt
Eine Kurvendiskussion ist wie ein Steckbrief deiner Funktion. Beim Grenzverhalten schaust du, wohin die Funktion für sehr große oder kleine x-Werte läuft - e-Funktionen sind dabei immer stärker als andere Funktionen.
Achsenabschnitte findest du durch Einsetzen: y-Achse bei x = 0, x-Achse bei f = 0. Symmetrie erkennst du an den Exponenten: nur gerade = achsensymmetrisch, nur ungerade = punktsymmetrisch.
Extrema findest du in drei Schritten: f' = 0 für potentielle Stellen, dann f'' einsetzen (< 0 = Hochpunkt, > 0 = Tiefpunkt), schließlich y-Wert berechnen. Wendepunkte funktionieren genauso mit f'' = 0 und f''' als Entscheidung.
Der Definitionsbereich zeigt, welche x-Werte erlaubt sind: keine Division durch Null, keine negativen Werte unter der Wurzel, nur positive Werte im Logarithmus. Der Wertebereich sind alle möglichen y-Werte.
Wichtig: Bei f'' = 0 immer das Vorzeichenkriterium als Backup nutzen - das funktioniert immer!

Funktionstypen im Überblick
Lineare Funktionen sind Geraden mit konstanter Steigung m. Quadratische Funktionen (y = ax² + bx + c) bilden Parabeln - du kannst zwischen Normal-, Scheitelpunkt- und Faktorform wechseln.
Exponentialfunktionen wachsen oder fallen exponentiell. Die e-Funktion ist dabei besonders wichtig. Logarithmusfunktionen sind ihre Umkehrfunktionen - sie "entpacken" sozusagen Exponenten.
Betragsfunktionen |x| sind immer ≥ 0 und haben einen Knick bei x = 0. Wurzelfunktionen √x starten bei (0,0) und steigen langsamer als lineare Funktionen.
Eine Umkehrfunktion erhältst du, indem du nach x auflöst und dann x und y vertauschst. Das funktioniert nur, wenn jeder y-Wert genau einmal vorkommt.
Visualisierungstipp: Zeichne dir die Grundformen dieser Funktionen auf - das hilft beim Erkennen von Transformationen!

Ganzrationale Funktionen und Trigonometrie
Ganzrationale Funktionen sind Polynome wie y = ax^n + bx^ + ... Der Grad n bestimmt die maximale Anzahl der Nullstellen. Gerade Grade ergeben parabelähnliche, ungerade Grade S-förmige Kurven.
Trigonometrische Funktionen entstehen aus dem rechtwinkligen Dreieck: sin = Gegenkathete/Hypotenuse, cos = Ankathete/Hypotenuse, tan = Gegenkathete/Ankathete. Der Satz des Pythagoras wird zu sin²(α) + cos²(α) = 1.
Sinus und Kosinus haben die Periode 2π und schwingen zwischen -1 und 1. Sinus ist punktsymmetrisch, Kosinus achsensymmetrisch. Du kannst sie durch Modifikationen strecken, stauchen und verschieben: a·sin + d.
Additionstheoreme helfen bei komplexeren Winkeln. Die Basislösungen für Gleichungen wie sin = k nutzen die Symmetrieeigenschaften der Funktionen.
Merkregel: "Sinus positiv im ersten und zweiten Quadrant, Kosinus im ersten und vierten!"

Sekanten, Tangenten und Gesetze
Sekanten schneiden eine Funktion in zwei Punkten und zeigen die durchschnittliche Änderung. Tangenten berühren die Funktion nur in einem Punkt - ihre Steigung ist die erste Ableitung an dieser Stelle.
Normalen stehen senkrecht zur Tangente. Ihre Steigung ist m_normal = -1/m_tangent, da das Produkt beider Steigungen -1 ergeben muss.
Die Potenzgesetze sind dein Rechenwerkzeug: x^m · x^n = x^, ^m = x^(nm), x^ = 1/x^n. Wurzeln sind Potenzen mit Bruchexponenten: ⁿ√x = x^.
Logarithmusgesetze funktionieren ähnlich: ln(ab) = ln + ln, ln(a/b) = ln - ln, ln = x·ln. Diese Gesetze helfen dir beim Vereinfachen komplexer Terme.
Anwendungstipp: Logarithmusgesetze sind besonders nützlich beim Lösen von Exponentialgleichungen!

Wachstumsprozesse und Funktionsscharen
Exponentielle Prozesse beschreiben reale Phänomene. Unbegrenztes Wachstum N = a·e^(kt) hat eine Verdopplungszeit T₂ = ln(2)/k. Zerfall funktioniert mit negativem k und Halbwertszeit T = ln(0,5)/.
Begrenztes Wachstum nähert sich einer Sättigungsgrenze: N = a + b·e^. Logistisches Wachstum startet exponentiell und wird dann begrenzt - typisch für Populationen oder Infektionen.
Lineare Prozesse haben konstante Änderungen: B = mt + b. Das ist einfacher aber oft unrealistisch für biologische oder wirtschaftliche Prozesse.
Funktionsscharen enthalten Parameter (meist a) und beschreiben ganze Kurvenfamilien. Ortskurven verbinden alle Extrem- oder Wendepunkte einer Schar - sie entstehen durch Elimination des Parameters.
Realitätsbezug: Logistisches Wachstum beschreibt perfekt, wie sich Pandemien oder Populationen entwickeln!

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