Stochastik ist das mathematische Teilgebiet, das sich mit Zufallsexperimenten und...
Mathematik Grundkurs Q3 - Abitur Hessen 2023








Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie
Zufallsexperimente sind Vorgänge, deren Ausgang du nicht vorhersagen kannst - selbst wenn du sie wiederholst. Ein Würfelwurf ist das perfekte Beispiel dafür. Bei Laplace-Experimenten haben alle möglichen Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit.
Der Ergebnisraum Ω enthält alle möglichen Ergebnisse deines Experiments. Beim Würfel wäre das Ω = {1,2,3,4,5,6}. Ein Ereignis E ist eine Teilmenge davon - zum Beispiel "gerade Zahl" = {2,4,6}.
Besondere Ereignisse sind das unmögliche Ereignis (∅ - tritt nie ein) und das sichere Ereignis (Ω - tritt immer ein). Das Gegenereignis Ē enthält alle Ergebnisse, die nicht zu E gehören.
Merktipp: Das empirische Gesetz der großen Zahlen besagt, dass sich die relative Häufigkeit bei vielen Wiederholungen um einen festen Wert stabilisiert - die Wahrscheinlichkeit!

Wahrscheinlichkeitsregeln und Häufigkeiten
Die absolute Häufigkeit gibt an, wie oft ein Ereignis eingetreten ist. Die relative Häufigkeit teilt das durch die Gesamtzahl der Versuche. Diese nähert sich bei vielen Wiederholungen der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.
Die Summenregel besagt: P(E) = P(e₁) + P(e₂) + ... + P(eₖ). Du addierst einfach die Wahrscheinlichkeiten aller Elementarereignisse in deinem Ereignis.
Für das Gegenereignis gilt immer: P(E) + P(Ē) = 1. Das macht Sinn - entweder tritt E ein oder eben nicht!
Wichtig: Der Additionssatz für zwei Ereignisse lautet P(E₁ ∪ E₂) = P(E₁) + P(E₂) - P(E₁ ∩ E₂). Sind die Ereignisse unvereinbar, fällt der letzte Term weg.

Mehrstufige Zufallsexperimente
Mehrstufige Experimente bestehen aus mehreren hintereinander ausgeführten Einzelversuchen. Baumdiagramme helfen dir dabei, den Überblick zu behalten - jeder Ast zeigt eine Möglichkeit.
Die Pfadregeln sind deine besten Freunde: Erstens multiplizierst du alle Wahrscheinlichkeiten entlang eines Pfades für die Pfadwahrscheinlichkeit. Zweitens addierst du alle relevanten Pfadwahrscheinlichkeiten für die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses.
Bei Laplace-Experimenten gilt: P(E) = (Anzahl günstiger Ergebnisse) / (Anzahl aller möglichen Ergebnisse). Die Produktregel hilft dir, die Gesamtzahl der Möglichkeiten zu berechnen: n₁ × n₂ × ... × nₖ.
Praxistipp: Beim Ziehen mit Zurücklegen aus n Kugeln k-mal hast du nᵏ Möglichkeiten. Ohne Zurücklegen sind es n × × ... × Möglichkeiten.

Kombinatorik und bedingte Wahrscheinlichkeiten
Der Binomialkoeffizient (n über k) = n! / gibt an, wie viele k-elementige Teilmengen du aus n Elementen bilden kannst. Das brauchst du für ungeordnete Stichproben ohne Zurücklegen.
Bedingte Wahrscheinlichkeiten berechnet man mit: P_B(A) = P(A ∩ B) / P(B). Das ist die Wahrscheinlichkeit für A, wenn B bereits eingetreten ist. Die Vierfeldertafel hilft dir dabei, den Überblick zu behalten.
Zwei Ereignisse sind stochastisch unabhängig, wenn P_B(A) = P(A) gilt. Das Eintreten von B verändert also nicht die Wahrscheinlichkeit von A.
Merksatz: Der Multiplikationssatz lautet P(A ∩ B) = P(B) × P_B(A). Du multiplizierst die Wahrscheinlichkeit des ersten Ereignisses mit der bedingten Wahrscheinlichkeit des zweiten.

Zufallsgrößen und Wahrscheinlichkeitsverteilungen
Eine Zufallsgröße X ordnet jedem Ergebnis eines Zufallsversuchs eine reelle Zahl zu. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung zeigt dir, mit welcher Wahrscheinlichkeit X jeden Wert annimmt.
Der Erwartungswert E(X) = x₁ × P + x₂ × P + ... ist der "durchschnittliche" Wert bei vielen Wiederholungen. Du multiplizierst jeden Wert mit seiner Wahrscheinlichkeit und addierst alles.
Die Varianz V(X) misst die Streuung um den Erwartungswert. Die Standardabweichung σ(X) = √V(X) gibt die Streuung in der ursprünglichen Einheit an.
Bernoulli-Experimente haben nur zwei Ausgänge: Treffer (mit Wahrscheinlichkeit p) und Niete (mit Wahrscheinlichkeit 1-p). Eine n-fache Wiederholung heißt Bernoulli-Kette.

Binomialverteilung
Bei einer Bernoulli-Kette der Länge n mit Trefferwahrscheinlichkeit p berechnet sich die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer mit: P = B(n;p;k) = (n über k) × pᵏ × ⁿ⁻ᵏ.
Der Erwartungswert einer binomialverteilten Zufallsgröße ist μ = np. Die Varianz ist V(X) = np und die Standardabweichung σ = √.
Die Binomialverteilung hat interessante Eigenschaften: Bei p = 0,5 ist sie symmetrisch. Je größer n wird, desto breiter und symmetrischer wird die Verteilung. Das Maximum liegt bei np.
Beispiel: Bei 4 Würfelwürfen und der Suche nach Sechsen ist P = (4 über 2) × ² × ² ≈ 0,116.

Hypothesentests
Ein Hypothesentest prüft, ob eine Behauptung über einen Parameter (meist p) stimmt. Die Nullhypothese H₀ ist die zu testende Behauptung, die Alternativhypothese H₁ die Gegenbehauptung.
Beim linksseitigen Test ist H₁: p < p₀, beim rechtsseitigen Test ist H₁: p > p₀. Das Signifikanzniveau α (meist 0,05) gibt die maximale Irrtumswahrscheinlichkeit an.
Die kritische Zahl k bestimmt die Entscheidungsregel. Du suchst das größte k, für das P(X ≤ k) ≤ α gilt (linksseitig) bzw. das kleinste k für P(X ≥ k) ≤ α (rechtsseitig).
Entscheidungsregel: Liegt dein Stichprobenergebnis im kritischen Bereich, verwirfst du H₀ und nimmst H₁ an. Sonst behältst du H₀ bei.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Die Summenregel besagt: P(E) = P(e₁) + P(e₂) + ... + P(eₖ). Du addierst einfach die Wahrscheinlichkeiten aller Elementarereignisse in deinem Ereignis.
Für das Gegenereignis gilt immer: P(E) + P(Ē) = 1. Das macht Sinn - entweder tritt E ein oder eben nicht!
Wichtig: Der Additionssatz für zwei Ereignisse lautet P(E₁ ∪ E₂) = P(E₁) + P(E₂) - P(E₁ ∩ E₂). Sind die Ereignisse unvereinbar, fällt der letzte Term weg.

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Praxistipp: Beim Ziehen mit Zurücklegen aus n Kugeln k-mal hast du nᵏ Möglichkeiten. Ohne Zurücklegen sind es n × × ... × Möglichkeiten.

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Zwei Ereignisse sind stochastisch unabhängig, wenn P_B(A) = P(A) gilt. Das Eintreten von B verändert also nicht die Wahrscheinlichkeit von A.
Merksatz: Der Multiplikationssatz lautet P(A ∩ B) = P(B) × P_B(A). Du multiplizierst die Wahrscheinlichkeit des ersten Ereignisses mit der bedingten Wahrscheinlichkeit des zweiten.

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