Wahrscheinlichkeitsrechnung ist überall um uns herum - vom Würfelspiel bis... Mehr anzeigen
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Grundlagen und Kombinatorik
Stell dir vor, du ziehst Kugeln aus einer Urne - das ist der Klassiker der Wahrscheinlichkeitsrechnung! Je nachdem, ob du die Kugeln zurücklegst oder nicht, gibt es verschiedene Formeln für die Anzahl der Möglichkeiten.
Bei Laplace-Experimenten (alle Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich) gilt die einfache Formel: P(E) = günstige Ergebnisse / alle möglichen Ergebnisse. Das kennst du vom Würfeln - die Wahrscheinlichkeit für eine 6 ist 1/6.
Die Pfadregeln helfen dir bei mehrstufigen Experimenten: Entlang eines Pfades multiplizierst du die Wahrscheinlichkeiten (Produktregel), verschiedene Pfade für dasselbe Ereignis addierst du (Summenregel).
Der Erwartungswert E(X) zeigt dir, was langfristig im Durchschnitt passiert. Bei einem fairen Spiel ist E(X) = 0 - du gewinnst und verlierst gleich viel. Die Varianz und Standardabweichung messen, wie stark die Ergebnisse streuen.
Tipp: Bei der Kombinatorik merke dir: Mit Zurücklegen = n^k, ohne Zurücklegen = n!/!, auf einen Griff = n!/

Bedingte Wahrscheinlichkeit und Unabhängigkeit
Manchmal ändert sich die Wahrscheinlichkeit, je nachdem was schon passiert ist. Die bedingte Wahrscheinlichkeit P_A(B) gibt an, wie wahrscheinlich B ist, wenn A bereits eingetreten ist.
Die Vierfeldertafel ist dein bester Freund für solche Aufgaben. Sie zeigt übersichtlich alle Kombinationen von Ereignissen und ihren Gegenereignissen. Der Additionssatz P(A ∪ B) = P(A) + P(B) - P(A ∩ B) hilft dir bei "oder"-Verknüpfungen.
Stochastische Unabhängigkeit liegt vor, wenn sich die Ereignisse nicht gegenseitig beeinflussen. Dann gilt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B). Das erkennst du auch an der Verhältnisgleichheit in der Vierfeldertafel.
Ein praktisches Beispiel: Beim Würfeln sind "ungerade Zahl" und "Primzahl" voneinander abhängig, weil sich die Schnittmenge {3, 5} auf beide Ereignisse auswirkt.
Merkhilfe: Unabhängige Ereignisse erkennst du daran, dass die relativen Häufigkeiten in allen Spalten/Zeilen der Vierfeldertafel gleich sind.

Binomialverteilung nach Bernoulli
Das Bernoulli-Experiment ist der einfachste Fall: nur zwei Ausgänge möglich (Treffer oder Niete). Wiederholst du es n-mal unabhängig, entsteht eine Bernoulli-Kette.
Die Anzahl der Treffer folgt dann der Binomialverteilung mit Parametern n und p. Die Formel von Bernoulli P = (n über k) · p^k · ^ gibt dir die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer.
Für "höchstens k Treffer" addierst du alle Einzelwahrscheinlichkeiten von 0 bis k. Das nennt sich kumulierte Wahrscheinlichkeit und ist besonders wichtig für Prüfungen.
Die Binomialverteilung begegnet dir überall: Münzwürfe, Umfragen, Qualitätskontrolle. Du erkennst sie daran, dass es nur zwei Ausgänge gibt und die Wahrscheinlichkeit konstant bleibt.
Praxis-Tipp: Nutze den Taschenrechner für (n über k) - das spart Zeit und Rechenfehler!

Erwartungswert und Histogramme bei Binomialverteilung
Bei einer binomialverteilten Zufallsgröße berechnest du den Erwartungswert ganz einfach: μ = n · p. Die Standardabweichung ist σ = √. Diese Formeln sparst du dir auswendig lernen!
Das Histogramm zeigt die Verteilung visuell - jede Säule entspricht einer Wahrscheinlichkeit. Die höchste Säule liegt beim Erwartungswert (oder in der Nähe). Je größer σ, desto breiter wird das Histogramm.
Die Sigma-Regel ist ein Näherungswerkzeug: Etwa 68,3% aller Werte liegen im Intervall [μ-σ; μ+σ], wenn σ ≥ 3 ist. Das funktioniert nur bei ausreichend großen Stichproben.
Interessant sind auch die Symmetrien: Bei p = 0,5 ist das Histogramm achsensymmetrisch. Histogramme zu p und spiegeln sich an der Linie x = n/2.
Wichtig: Die Sigma-Regel gilt nur als Näherung und braucht σ ≥ 3 !

Hypothesentests
Beim einseitigen Hypothesentest prüfst du, ob eine Vermutung stimmt. Du stellst eine Nullhypothese H₀ auf (meist der Status quo) und eine Alternative H₁ (deine Vermutung).
Beim linksseitigen Test ist H₁: p < p₀, beim rechtsseitigen Test ist H₁: p > p₀. Du suchst den Ablehnungsbereich - fällt dein Stichprobenergebnis hinein, verwirfst du H₀.
Zwei Fehlerarten können passieren: Fehler 1. Art (α) = H₀ verwerfen, obwohl sie stimmt. Fehler 2. Art (β) = H₀ nicht verwerfen, obwohl sie falsch ist. Das Signifikanzniveau α begrenzt den Fehler 1. Art.
Beim zweiseitigen Test testest du H₁: p ≠ p₀. Hier teilst du α auf beide Seiten auf (α/2) und bekommst zwei Ablehnungsbereiche.
Faustregel: Wähle als Fehler 1. Art den Fehler, den du unbedingt vermeiden willst - denn nur diesen kannst du kontrollieren!

Normalverteilung - Grundlagen
Die Normalverteilung erweitert die Binomialverteilung ins Stetige. Statt einzelner Säulen hast du jetzt eine glatte Glockenkurve. Wahrscheinlichkeiten entsprechen Flächeninhalten unter der Kurve.
Eine normalverteilte Zufallsgröße schreibst du als N_{μ,σ}-verteilt. Die Wahrscheinlichkeit P(a ≤ X ≤ b) berechnest du durch Integration der Gauß'schen Glockenfunktion zwischen a und b.
Wichtiger Unterschied: Bei stetigen Verteilungen ist P = 0! Für diskrete Werte wie "Schuhgröße 37" modellierst du P(36,5 ≤ X ≤ 37,5).
Die Normalverteilung beschreibt viele natürliche Phänomene: Körpergröße, IQ-Werte, Messfehler. Sie ist das Herzstück der Statistik und begegnet dir in vielen Anwendungen.
Praxis-Hinweis: Bei diskreten Werten immer Intervalle bilden, nicht Einzelwerte - sonst wird die Wahrscheinlichkeit null!

Gauß-Funktion und Sigma-Regeln
Die Gauß'sche Glockenfunktion φ_{μ,σ}(x) hat ihre charakteristische Form: Maximum bei x = μ, Wendepunkte bei μ ± σ, achsensymmetrisch zur Geraden x = μ.
Die Standardnormalverteilung N_{0,1} ist der Spezialfall mit μ = 0 und σ = 1. Alle anderen Normalverteilungen entstehen durch Strecken und Verschieben aus ihr.
Die Sigma-Regeln sind praktische Faustformeln: Etwa 68% liegen in [μ-σ; μ+σ], 95% in [μ-2σ; μ+2σ] und 99,7% in [μ-3σ; μ+3σ]. Diese Werte solltest du dir merken!
Für Konfidenzintervalle brauchst du andere Faktoren: 1,96σ für 95% oder 2,58σ für 99%. Diese Zahlen tauchen in Klausuren häufig auf.
Merkhilfe: 68-95-99,7 für 1σ-2σ-3σ und 1,96 für 95% - diese Zahlen sind Gold wert in Prüfungen!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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