Die 6 Phasen der Interkulturellen Bildung
Die Geschichte der interkulturellen Bildung zeigt, wie sich unser Verständnis von Integration komplett gewandelt hat. Anfangs ging es nur darum, Ausländerkindern schnell Deutsch beizubringen - heute verstehen wir interkulturelle Bildung als Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.
Phase 1 startete mit der simplen Idee: Deutschkurse für alle ausländischen Schüler, damit sie dem Unterricht folgen können. Das Problem? Die Kinder sprachen außerhalb der Schule weiterhin schlecht Deutsch - echte Integration blieb aus.
Phase 2 brachte die erste Kritik: Diese Ausländerpädagogik stigmatisierte die Zielgruppe als "besonders bedürftig" und ignorierte die wahren sozialen Ursachen der Probleme. Die Forderung entstand, stattdessen eine "Pädagogik des Ausgleichs von Benachteiligung" zu entwickeln.
Phase 3 führte zur interkulturellen Erziehung: Man unterschied zwischen spezieller Förderung für ausländische Kinder und der Vorbereitung aller auf das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft. Phase 4 erweiterte den Blick auf Flüchtlinge, Sinti und Roma sowie sprachliche Minderheiten.
Wichtig: Phase 5 machte interkulturelle Bildung zur Allgemeinbildung - nicht nur für "Ausländer", sondern für alle in unserer pluralen Gesellschaft.
Phase 6 zeigt leider einen Rückschritt: Der Neo-Assimilationismus fordert von Einwanderern komplette Anpassung und Aufgabe ihrer eigenen Kultur - oft ausgelöst durch Überverallgemeinerungen nach Terroranschlägen.




