Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 entwickelte John Maynard Keynes den Keynesianismus. Seine Grundidee: Wenn die private Nachfrage schwächelt, muss der Staat einspringen und die Wirtschaft ankurbeln.
Die Ziele sind ehrgeizig: Konjunkturschwankungen glätten, Arbeitslosigkeit bekämpfen, Wirtschaftswachstum fördern und soziale Ungleichheit reduzieren. Der Staat soll als Nachfrager auftreten, wenn Private zurückhaltend sind.
Konkrete Maßnahmen umfassen Steuersenkungen, staatliche Zuschüsse, Lohnerhöhungen und Investitionen in Infrastruktur. Die Idee dahinter: Mehr Geld in den Taschen der Menschen führt zu mehr Konsum, was Unternehmen zu höherer Produktion und mehr Einstellungen anregt.
Die Kritik ist aber berechtigt: Wirkungsverzögerungen durch das Lag-Problem, Verzerrung der Marktstrukturen, keine Erfolgsgarantie und vor allem hohe Staatsverschuldung sind ernste Problempunkte.
Aktueller Bezug: Die Corona-Hilfen waren klassische keynesianische Politik - der Staat sprang ein, als die private Nachfrage einbrach.