Erik Erikson und sein Entwicklungsmodell
Erik Erikson, ein deutscher Psychoanalytiker (geboren 1902), wanderte in die USA aus und entwickelte als Schüler von Anna Freud ein umfassendes Modell der psychischen Entwicklung. Sein Ansatz erweitert Freuds psychoanalytische Entwicklungslehre und betrachtet die menschliche Entwicklung als lebenslangen Prozess.
Das epigenetische Prinzip bildet die Grundlage seines Modells: Die Entwicklung folgt einem Grundplan, ist aber nicht vollständig durch Anlagen festgelegt. Jede Entwicklungsphase hat ihre Zeit des "Übergewichts", bis alle Teile schließlich ein funktionierendes Ganzes ergeben.
Eriksons Modell zeichnet sich durch mehrere Grundprinzipien aus: Alle Entwicklungsstufen bauen aufeinander auf, die Entwicklung erstreckt sich über das gesamte Leben, und jede Phase hat ihre kritische Zeit. Besonders wichtig ist die Wechselwirkung zwischen individueller Entwicklung und gesellschaftlicher Umgebung, wobei Beziehungen zu Bezugspersonen eine zentrale Rolle spielen.
💡 Das Wort "psychosozial" in Eriksons Modell bedeutet, dass die Entwicklung auf der Basis von Anlagen, aber vor allem durch Erfahrungen mit der Umwelt und durch Beziehungen stattfindet.



