Evolutionsmechanismen und Selektionsformen
Selektion wirkt wie ein Filter auf Populationen und verändert die Häufigkeit bestimmter Gene. Je nach Umweltbedingungen gibt es drei verschiedene Formen, die alle unterschiedlich auf die Variationsbreite einer Population wirken.
Bei der stabilisierenden Selektion werden extreme Ausprägungen benachteiligt - die "Durchschnittstypen" haben die besten Überlebenschancen. Das passiert oft in stabilen Umgebungen, wo sich eine Population bereits gut angepasst hat.
Die gerichtete Selektion bevorzugt hingegen eine Extremform und verschiebt dadurch den Mittelwert der Population in eine bestimmte Richtung. Das siehst du besonders bei Umweltveränderungen, wenn plötzlich andere Eigenschaften gefragt sind.
Merktipp: Stabilisierend = Mitte gut, gerichtet = eine Seite gewinnt, disruptiv = Extreme gewinnen!
Disruptive Selektion ist besonders spannend: Hier werden die mittleren Ausprägungen benachteiligt und die Extremformen gefördert. Die Population spaltet sich dadurch in zwei Gruppen auf - ein wichtiger Schritt zur Artbildung.
Gendrift funktioniert völlig anders als Selektion: Hier verändern sich Genfrequenzen rein zufällig, ohne dass bestimmte Eigenschaften einen Vorteil bringen. Besonders stark wirkt sich das bei kleinen Populationen aus - beim Flaschenhalseffekt oder Gründereffekt kann das zu drastischen Veränderungen führen.



