Ethische Argumentationsweisen: Deontologie vs. Teleologie
Stell dir vor, du findest 50 Euro auf der Straße - behältst du sie oder gibst du sie ab? Die Antwort hängt davon ab, welche ethische Denkweise du verwendest.
Deontologie - die Pflichtethik - sagt: "Der Weg ist wichtig!" Hier geht es um bindende Regeln und Gebote, die du immer befolgen musst, egal was passiert. Dein Motiv entscheidet über den moralischen Wert deiner Handlung, nicht das Ergebnis. Eine Handlung ist nur dann gut, wenn du aus Verpflichtung heraus handelst.
Teleologie dagegen fragt: "Was ist das Ziel?" Diese zielorientierte Ethik bewertet Handlungen nur nach ihren Folgen und Zwecken. Das Motiv ist völlig egal - Hauptsache, das Endergebnis stimmt. Es gibt egoistische Varianten (nur deine Folgen zählen) und universalistische (alle Folgen werden abgewogen).
💡 Merkhilfe: Deontologie = Der Weg zählt | Teleologie = Das Ziel zählt
Der Utilitarismus (Jeremy Bentham) ist ein klassisches teleologisches System. Grundidee: Menschen streben nach Nutzen und Glück. Eine Handlung ist richtig, wenn sie das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen schafft. Bentham definierte sogar fünf "Gradmesser" für Glück: Intensität, Dauer, Fruchtbarkeit, Gewissheit und zeitliche Nähe.





